MarkusLukasGemeinde
 

DenkRaum Lukas

Entstehungsgeschichte zum DenkRaum Lukas

 

Ausgerechnet im Pandemiejahr 2020 entsteht in der Lukaskirche ein neues Format: der „DenkRaum Lukas“, der mit einer ungewöhnlichen Bandbreite daherkommt. Ausstellungen, Gottesdienste, Führungen, musikalische Kostbarkeiten und Gespräche mit Podiumsgästen prägen das Programm.

Im Mittelpunkt stehen Glaubens-, Kultur- und Gesellschaftsfragen. Wie wollen wir miteinander leben in dieser Stadt? In all unserer Verschiedenheit? Was bewegt uns und fordert uns heraus? Wo gilt es, Position zu beziehen - als Privatmensch, als Kirche? Und welche Orientierung finden wir im christlichen Glauben?

Wir sind überzeugt davon: die Architektur und Klarheit der Lukaskirche bietet sich für dieses Unterfangen förmlich an und spricht ihre eigene Sprache... beim Begegnen, Zuhören, Diskutieren und miteinander Feiern.
In Corona-Zeiten haben wir zudem die architektonischen Frei-Räume im Außenbereich und den wunderbaren Lukasgarten für uns entdeckt.

In Bälde wollen wir ein ausführliches DenkRaum-Archiv aus Fotos und Texten aufbauen, damit ein virtuelles Stöbern im DenkRaum Lukas jederzeit möglich wird.

2020 konnten wir zwei Ausstellungen von Berndt Biewendt zeigen. Seine Bilderfolgen „Fremde.Heimat“ und „Verstehen-Versöhnen-Vergeben“ führten zahlreiche Besucher in die Kirche. Berndt Biewendt schildert in beeindruckenden Porträts und Geschichten das Schicksal von rund 30 Menschen, die Flucht- und Kriegserfahrungen durchlebt haben und heute bei uns beheimatet sind.

Bei unserer DenkRaum-Reihe im Frühjahr 2021 lockte uns der Freiheitsgedanke - sie trug deshalb den Titel „Unsere tägliche Freiheit“. Im April folgten wir den Spuren von Stadt.Wand.Kunst-Highlights in Mannheim: kreative Menschen haben auf Häuserfassaden ihre Botschaften verewigt. Via Zoom, mit Fahrrad und zu Fuß wurden wir geführt von unserer Kunsthistorikerin Ursula Dann. Im Mai bereicherten wir die Freiheits-Gedanken mit Hambacher Schloss-Geschichten. Im Juli tauschten wir uns mit Pfrin. Karin Lackus über das Thema Assistierter Suizid aus: „Selbstbestimmt sterben?“.

 

Unsere bisherigen Themenreihen:


Team

Wir freuen uns sehr über das Interesse an unseren DenkRaum Lukas-Veranstaltungen. Weitere Vorhaben sind im Entstehen.

DenkRaum-Kernteam und Ideenschmiede:

Berndt Biewendt (Journalist)
Ursula Dann (Kunsthistorikerin und Kirchenälteste)
Karin Lackus (Pfarrerin und Autorin)
Beate Sperber (Schatzmeisterin)
Claudia Welker (Paliative Care Pflegefachkraft und Lukasgarten-Spezialistin)
Günther Welker (Pfarrer)
Petra Kohler (Diakonin i.d. Region, C-Musikerin und Gesamtverantwortung DenkRaum Lukas) 

Und all die Veranstaltungen und besonderen Gottesdienst-Formate wären nicht möglich ohne eine großartige Unterstützung von vielen Leuten, die die Lukaskirche als einen besonderen Ort kirchlichen Lebens in Mannheim wahrnehmen und beleben.

 

Danke für eine Spende!

Die Teilnahme an DenkRaum-Veranstaltungen ist generell kostenfrei. Für eine Spende zur Deckung der Kosten sind wir trotzdem sehr dankbar und bemühen uns weiterhin um ein spannendes Programm im DenkRaum Lukas.

Konto: MarkusLukasGemeinde Mannheim
BLZ: DE81 6705 0505 0030 2337 35
Betr: „Spende DenkRaum Lukas“ und Ihre Adresse

Wenn Sie möchten, fügen Sie bei einer Spende ab € 50.- Ihre Adresse hinzu, dann wird Ihnen eine Spendenbescheinigung zugeschickt.

Info: Petra.Kohler@ekma.de

Fotos Lukaskirche: Marco Vedana

 

Architektur Lukaskirche

Die Lukaskirche

Betonkirche, 1965-67 erbaut durch den Architekten Carlfried Mutschler, mit Reliefs von Otto Herbert Hajek an der Altarwand (mit goldenem Farbweg an der Fassade und am Turmhelm).

Die nach dem zweiten Weltkrieg stark ansteigende Bevölkerungszahl auf dem Almenhof führte 1965 zur Gründung der Lukasgemeinde Almenhof-Neckarau auf dem ehemaligen Gebiet der Neckarauer Matthäuskirche. Die Lukaskirche wurde für 400-500 BesucherInnen bis 1967 am August-Bebel-Park errichtet.

Beauftragt wurde der Mannheimer Architekt Carlfried Mutschler (1926-1999), ein Schüler des Architekten und Designers Egon Eiermann und Erbauer der Berliner Gedächtniskirche. Bereits Anfang der 60er Jahre hatte Mutschler mit der rundum verglasten, aus Beton in den Wald gebauten Mannheimer Pfingstbergkirche ein international einzigartiges architektonisches und theologisches Zeichen neuen kirchlichen Bauens gesetzt.

Für die dichter besiedelten Stadtteile Almenhof und Neckarau wählte das Architekturbüro Mutschler eine klar strukturierte Formensprache, welche die Konzentration auf die christliche Botschaft und ein Innehalten im reizüberfluteten Alltag ermöglicht: einen Betonquader, den außen und innen rechteckige Architekturelemente durchdringen, darunter der Turmschaft mit der Sakristei. Acht Betonpfeiler tragen ein zeltartiges Faltdach, das an die „wandernde Gemeinde“ erinnert. Gläserne "Lichtbänder" erhellen den Innenraum von oben, der verglaste Sockel den unter der Kirche liegenden Gemeindesaal. Oberlichter am Emporen-Aufgang und indirekte Beleuchtung des Kirchenraumes durch horizontale Lichtöffnungen und vertikale Seitenfenster verleihen dem konstruktiv gehaltenen, skulptural wirkenden Kirchenraum Spiritualität.

1967 erfolgte die Einweihung, 1969 kam die Steinmeyer-Orgel (22 Register mit 1614 Pfeifen) hinzu, 2018 wurde die Orgel renoviert. Die vier Glocken stammen von der Gießerei Bachert, Karlsruhe. Zu dem Ensemble gehört auch das gegenüber in der Lassallestraße gelegene Gemeindehaus. Über Rampe und Fahrstuhl ist die Kirche behindertengerecht zugänglich.

Die Gemeinde hat ihre Kirche, welche einige anfangs wegen ihrer kompromisslos neuartigen Gestaltung humorvoll-despektierlich als „Halleluja-Bunker“, „Glaubensburg“ oder „Parkhaus“ bezeichneten, schnell angenommen. Ihr markantes Profil ist aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Das einladende Lukas-Zitat in versenktem Relief an der Fassadenwand “Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen.“ stammt von dem Graphiker Carl Heinz Baier.

BesucherInnen erleben den schrittweisen Weg aus dem Alltag über den Vorplatz in den abgedunkelten Vorraum hinein mit dem Blick auf die lichterfüllte Treppe zur Orgelempore und das seitliche Heraustreten unter der auskragenden Empore in das strahlende Licht des Altarraumes. Es gibt keinen Mittelgang zum Altar, die hölzernen Kirchenbänke, von denen inzwischen einige ausgebaut wurden, sind seitlich zu erreichen. Quadratische Nischen an den Seitenwänden geleiten zum Zentrum, dem Altarbereich mit Kreuzrelief und goldenem Farbweg des Bildhauers Otto Herbert Hajek (1927-2005), welcher auch die abstrakten Reliefs an der Glockenstube (mit Leiter- und Kreuzmotiven) des 20 m hohen Turmes und an der Fassade schuf. Die niedrige Kanzel, der zum Raum hin ausladende Altartisch und das tiefer gesetzte und seitlich anschließende Taufbecken schaffen Nähe zur Gemeinde. Lore-Lina Schmidt-Roßnagel gestaltete das Glasmosaik mit Fischmotiv im Eingangsbereich, die Kunstschule Rödel das Bronzerelief für das Gedenkbuch im Atrium.

Carlfried Mutschler erbaute in Mannheim zudem die Multihalle der Bundesgartenschau 1975 (zusammen mit Frei Otto, dem Konstrukteur des Zeltdaches über dem Münchner Olympiastadion), zudem das Museum Weltkulturen der REM (mit dem Künstler Erwin Bechtold) sowie das Stadthaus (wieder gemeinsam mit Hajek), das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und die Friedrich-Ebert-Schule.

Adresse Lukaskirche: Rottfeldstr. 16/18, 68199 Mannheim.

Weitere Infos über Kunsthistorikerin Ursula Dann / Ursula.Dann[ad]ekma.de